LRS/Legasthenie

Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS)/Legasthenie:

 

Die Legasthenie ist eine biogenetische Anlage im Menschen und kann vererbt werden. Zudem kann eine Legasthenie nicht "repariert" oder überwunden werden. Sie begleitet die betroffenen Menschen durch das Leben.

Legasthenie ist die Bezeichnung für Schwächen, Worte lesen zu lernen oder gelesene Worte wieder zu erkennen und vorzulesen. Dadurch sind alle Leistungen, für die eine Lesefähigkeit nötig ist, erschwert. Fast immer ist dadurch auch das Erlernen der Rechtschreibung beeinträchtigt.

Die Lese- und Rechtschreibfähigkeit ist in unserer Kultur eine unentbehrliche Technik. Eine Schwäche im Erlernen dieser Technik stellt eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität dar.

Durch das frühzeitige Erkennen und daran anschließendes geschultes Training, in dem Strategien und Techniken individuell entwickelt werden, kann ein legasthener Mensch allerdings lernen, mit seiner Legasthenie das weitere Leben gut zu meistern.

 

Die Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) wird im Gegensatz zur Legasthenie im Laufe des Schullebens erworben und tritt unter Umständen auch nur zeitweise auf. Sie ist bedingt durch psychische und /oder physische Ursachen.

Eine LRS kann mit speziellem Training und durch die Veränderung der äußeren Bedingungen durchaus überwunden werden.

 

 

Einige Symptome einer Rechtschreibstörung nach ICD 10 (Intern. statistische Klassifikation):

- Verdrehung von Buchstaben (Reversionen): b/d, p/q, u/n

- Vertauschung der Buchstabenfolge im Wort (Reihenfolgefehler)

- Auslassung der Buchstaben: "waren" statt "warnen"

- Einfügen der Buchstaben "Sturtz" statt "Sturz"

- Dehnungsfehler: "ihn" statt "in"

- Regelfehler: Fehler in der Groß- und Kleinschreibung: Verwechselung von "ä" und "e"

- Doppelungsfehler: "Zigaare" statt "Zigarre"

- Dasselbe Wort wird immer wieder unterschiedlich geschrieben

- Verwechselung der Lautzeichen (Wahrnehmungsfehler): d/t. g/k, v/f

 

Zu den begleitenden Auffälligkeiten beider Störungsbilder gehören häufig: Konzentrationsmangel, Merkstörungen, Ablenkbarkeit, Bewegungsüberschuss oder ein Mangel an Ausdauer, unsaubere Handschrift, Probleme mit der Feinmotorik und dem Hörverständnis. Diese Probleme werden in der Lerntherapie erkannt und im Förderplan berücksichtigt.

Ein verständnisvoller Umgang, der bei den Stärken des Kindes ansetzt und sich nicht an den Fehlern orientiert, ist Voraussetzung für eine effektive Lerntherapie. Die Arbeit mit den Kindern orientiert sich an den positiven Ressourcen des jeweiligen Kindes - das Vertrauen in die eigene Kompetenz soll erreicht werden.

 

Hinweis : In der wissenschaftlichen Theorie und in der Ursachenforschung wird über LRS diskutiert. Es werden neurologische, genetische und soziale Faktoren genannt. Unbestritten ist jedoch, dass die LRS nichts mit der Intelligenz zu tun hat. Das Auftreten dieser Teilleistungsschwäche sagt nichts über die kognitiven Fähigkeiten des betroffenen Menschen aus. Vieles ist hier noch ungeklärt oder kontrovers diskutiert.
Sowohl im schulischen als auch im medizinischen Bereich wird der Begriff "Legasthenie" praktisch nicht mehr benutzt. In den einzelnen Bundesländern gibt es LRS-Erlasse, in denen ebenfalls nur von LRS die Rede ist. Mit einer fachärztlichen Diagnose kann in den Schulen ein Nachteilsausgleich für das Kind erwirkt werden. Dieser Nachteilsausgleich kann darin bestehen, dem Kind mehr Zeit bei Klassenarbeiten zu gewähren, oder den Duden als Nachschlagewerk zu erlauben. Auch eine bessere Benotung wäre eine Möglichkeit, bzw. der Notenschwerpunkt liegt mehr auf den mündlichen Leistungen, als auf den schriftlichen. Hier gibt es viele Möglichkeiten, die mit den Lehrern in Übereinkunft abgestimmt werden. In der Regel sind die Schulen und Lehrer gerne bereit, diesen Nachteilsausgleich zu gewähren.

Bei allen Gesprächen an Schulen, mit Lehrern oder Fachärzten stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite, wenn Ihr Kind Schüler in meiner Einrichtung ist.